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Leitungswechsel 2021

v.l.n.r.: Hans Löffler, Norbert Förster (Diözesanjugendpfarrer und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes), Kathrin Ritter
Datum:
Veröffentlicht: 28.7.21
Von:
Christian Scherfenberg
27 Jahre lang war Hans Löffler Leiter des Jugendbildungshauses Am Knock in Teuschnitz. Ab 1. August geht er nun in die Ruhephase der Altersteilzeit.
v.l.n.r.: Hans Löffler, Kathrin Ritter und Norbert Förster (Diözesanjugendpfarrer und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes) in einem neu eingerichteten Zimmer im Jugendbildungshaus

27 Jahre lang war Hans Löffler Leiter des Jugendbildungshauses Am Knock in Teuschnitz. Ab 1. August geht er nun in die Ruhephase der Altersteilzeit. Am Freitag stellte er gemeinsam mit Diözesanjugendpfarrer Norbert Förster seine Nachfolgerin Kathrin Ritter vor.

Teuschnitz- „Ich habe mein Hobby zu meinem Beruf gemacht“, sagt Hans Löffler mit diesem besonderen Klang in der Stimme, wenn er über „sein“ Jugendbildungshaus Am Knock in Teuschnitz spricht. Sein Hobby - Das ist die Arbeit mit jungen Menschen. Voller Freude erzählt er davon, wie viele Jugendliche beim 1996 fertiggestellten Neubau begeistert mit angepackt und diesen mit aufgebaut hätten - ein für ihn prägendes Erlebnis! Auch inhaltlich wurden die Jugendlichen von Anfang an mit einbezogen.

Der - weithin als „Jaggo“ bekannte - Effelterer besuchte das erzbischöfliche Knabenseminar des Erzbistums Bamberg, das Ottonianum. Nach seinem Abitur studierte er Theologie in Bamberg und Innsbruck, bevor er 1983 seine Ausbildung als Pastoralassistent in Neundorf-Tambach-Weidach-Autenhausen (Dekanat Coburg) begann. Ab 1986 war er Pastoralreferent in Kulmbach und Mitarbeiter der Jugendseelsorge des Dekanats Kulmbach, bevor er zum 1. April 1995 seinen Dienst am „Knock“ antrat, der sich unter seiner Leitung zur Erfolgsgeschichte entwickelte. Waren es beispielsweise 1996 vier Mitarbeiter/innen; sind es heute 23 Personen, die hauptberuflich im Jugendbildungshaus arbeiten. Immer wieder bildet man auch aus und ermöglicht jungen Menschen das Ableisten eines Freiwilligen Sozialen Jahrs. 12.500 Übernachtungen kann die Einrichtung inzwischen durchschnittlich im Jahr verzeichnen. „Wir sind eigentlich bis Ende 2022 ausgebucht, erzählt der pastorale Mitarbeiter im Seelsorgebereich Frankenwald.

Damit die Begegnungsstätte diese enorme Entwicklung nehmen konnte, galt es zahlreiche Herausforderungen zu meistern: finanzieller, personeller und gerade auch baulicher Art, so wie auch jetzt wieder. Die derzeitigen Baumaßnahmen sind fast abgeschlossen. Wenn das frisch sanierte Haus demnächst wieder mit Leben erfüllt wird, wird Hans Löffler bereits nicht mehr im Dienst stehen. „Ein wenig Wehmut ist schon dabei, dass es hier bis zu meiner Pensionierung keine Übernachtung mehr geben wird. Aber dafür gehe ich jetzt in der Gewissheit, dass das Haus für die nächsten 25 Jahre wieder gut gerüstet ist“, verdeutlicht er. .

Nicht nur optisch, auch inhaltlich hat sich im Laufe der über 25 Jahre einiges verändert. Gab es am Anfang vor allem unterstützende Angebote für junge Menschen im Übergang von der Schule zur Ausbildung oder zum Beruf, kamen mit den „Robusten Kids“ 2006 die Themen gesunde Ernährung und Bewegung als weitere Schwerpunkte hinzu. Heute widmet man sich zudem insbesondere auch Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt sowie Rechtspopulismus. Geblieben ist, dass der Heilige Franz von Assisi immer wieder Orientierung für die inhaltliche Ausrichtung des „Knocks“ gibt – im Hinblick auf dessen Gedanken zu einem einfachen Lebensstil, Gemeinschaft, dem geschwisterlichen Umgang mit der Schöpfung oder der Frage, wo junge Menschen in der Kirche ihren Platz finden können.

Wenn er jetzt in die Ruhephase der Altersteilzeit gehe, dann mit großer Dankbarkeit. Viele Helfer seien oftmals im Einsatz gewesen oder zum Beispiel auch das Bauunternehmen Otto Mühlherr, das ihn jahrelang unterstützt habe. Besonders zu nennen ist Erzbischof Karl Braun, der bereits den Neubau eingeweiht hat und die Einrichtung noch immer als großer Förderer mit seiner Stiftung unterstützt, ebenso wie andere Stiftungen und Sponsoren. Ihnen allen gelte es, zu danken - wie natürlich auch der Erzdiözese Bamberg für die jährliche Bezuschussung.  

„Es waren viele Zufälle, die mir geholfen haben. Ich hatte oft Glück und vor allem den lieben Gott an der Seite“, bekundet der Pastoralreferent. Seine Arbeit - für ihn Lebensaufgabe - habe ihm immer viel Spaß gemacht. Erleichtert werde ihm der Abschied dadurch, dass mit Kathrin Ritter seine Wunschkandidatin ab 1. September seine Nachfolge antritt. Da sie bereits seit rund zehn Jahren eine Halbtagsstelle als pädagogische Mitarbeiterin im Haus habe, kenne sie den „Knock“ und dessen Mentalität, was ein Riesenvorteil sei.

Auch Kathrin Ritter hat - wie sie bekundet - ihr Hobby zum Beruf gemacht. „Ich habe am „Knock“ viel Zeit in meiner Jugend verbracht. Hans Löffler und Josef Grünbeck haben mir gezeigt, was Jugendarbeit sein kann. Ich habe hier auch gelernt, dass Kirche mehr ist als die Heilige Messe“, bekundet die Reichenbacherin, die sich selbst als „Kind des Knocks“ bezeichnet und in Eichstätt Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit studierte. Ihre zweite Dienstprüfung legte sie im Ahorntal in der Fränkischen Schweiz ab, bevor sie 2008 in die Heimat zurückkehrte. Seit März 2020 ist die Gemeindereferentin mit einer Teilzeitstelle im Katholischen Seelsorgebereich Frankenwald tätig.     

Was die Ausrichtung des Jugendbildungshauses angeht, will die 38-Jährige, die mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in Haig lebt, gut laufende bestehende Angebote fortführen. Gleichzeitig ist sie aber auch offen für Neues. Nach dem Motto „Sehen, urteilen, handeln“ will sie hinhören, was die Jugendlichen umtreibt, was sie brauchen und welche Wünsche sie haben. „Der „Knock“ wird ein Haus der Jugend bleiben, in dem man gemeinsam Glauben lebt und Jugendliche Ideen und Visionen einbringen können“, betont die Religionspädagogin voller Vorfreude.  

In herzlichen Worten dankte Diözesanjugendpfarrer Norbert Förster „Jaggo“ Hans Löffler für seinen großen Einsatz in den vergangenen 27 Jahren. In der breiten Öffentlichkeit bestens bekannt, habe er Beziehungsarbeit geleistet und es verstanden, auf Menschen zuzugehen - Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Jugendarbeit! Seine offizielle Verabschiedung soll am 24. Juli 2022 in Verbindung mit dem 25-jährigen Jubiläum des 1997 eingeweihten Neubaus nachgeholt werden. Gleichzeitig soll dabei auch das gute Gelingen der nunmehrigen Baumaßnahme gefeiert werden. 

Langweilig wird es dem Ruheständler wohl nicht werden; möchte er doch mit seinem neuen Wohnmobil verreisen. Zudem will er seinen bereits begonnenen Weg nach Santiago de Compostela weiterlaufen - mit Freuden, die ja nunmehr ebenfalls im Ruhestand sind. Vielleicht fahren sie auch mit dem Rad gemeinsam ins rund 1.400 km entfernte Assisi. „Natürlich mit E-Bikes“, schmunzelt Hans Löffler; „so jung sind wir ja auch nicht mehr“. hs

v.l.n.r.: Hans Löffler, Kathrin Ritter, Susanne Krogull (stellv. Leiterin des Erzbischöflichen Jugendamtes) und Norbert Förster(Diözesanjugendpfarrer und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes)
Am 1. September übernimmt Kathrin Ritter die Leitung des Jugendbildungshauses „Am Knock“ in Teuschnitz. Bereits zum 1. August tritt Hans Löffler in die Ruhephase der Altersteilzeit.